Aufnahmen mit dem USB-Mikroskop  © I. + S. Hartmeyer  CHANGE TO ENGLISH LANGUAGE
Die hier gezeigten Bilder entstanden mit unserem USB-Mikroskop seit 2002. Das Bild wird per USB-Kabel direkt in den Computer übertragen. Eine Beleuchtung ist in der Optik integriert. Die Auflösung der Bilder war ursprünglich schwach, dennoch befanden wir es nach dem Betrachten zahlreicher Arten für gut genug, um interessante Details zu entdecken. Seit 2005 haben wir auf ein Mikroskop mit besserer Auflösung umgestellt.

Die Schnelltentakel von Drosera glanduligera LEHM.

Als wir die ersten Videoaufnahmen von Richard Davion (Australien) erhielten konnten wir es kaum glauben, aber nach drei Jahren Kultivierung und Beobachtung von Drosera glanduligera in unserem Gewächshaus war es bewiesen: die verlängerten Randtentakel dieses einjährigen Sonnentau klappen bei Zimmertemperatur in nur etwa 0,15 Sekunden nach innen. Das übertrifft die z.B. von D. burmannii bekannte Geschwindigkeit um das 100-fache! Diese sensationelle Eigenschaft von D. glanduligera wurde in der, vor unserer Publikation (im Taublatt 2005) veröffentlichten Literatur und in der Artbeschreibung, nicht erwähnt, also mit Sicherheit übersehen. Diese Geschichte passt natürlich prima zu der von uns seit 1994 mit Unterbrechungen vorangetriebenen Untersuchung der schnellen Randtentakel innerhalb der Gattung Drosera. Die hier gezeigten Mikroskopaufnahmen sind auch auf unserer DVD "DROSERA: SchnelltentakelundLandescheinwerfer" zu sehen.

 

Bilder oben von links: Drosera glanduligera klappt die verlängerten, drüsenfreien Tentakel in etwa 0,15 Sekunden ein, wenn der Tentakelkopf berührt wird. Die Schnelltentakel bestehen aus einem breiteren unteren Teil und einem dünnen oberen Teil, welcher an der Verbindung, die wie ein Gelenk arbeitet, eingeklappt wird. Bild 2 und 3 zeigen den Tentakel von der Seite, Bild 4 zeigt links das "Gelenk" und in der Mitte die Unterseite des Tentakelkopfes.

 

Links: Wird der Schnelltentakel seitlich belastet, bricht der obere Teil im "Gelenk" ab. Dieser Schnappmechanismus ist bisher nur von D. glanduligera bekannt.

Rechts: Ein Bild aus der DVD zeigt wie ähnlich die Schnelltentakel der Zwergsonnentau auf dem ersten Blick sind. Jedoch fehlt das Gelenk und die mindestens 50-fach langsamere Bewegung beruht auf Zelldruckänderung.

 

Zur Dokumentation noch einige Aufnahmen anderer Schnelltentakel (Marginaltentakel ohne Schleimdrüsen):

Drosera aliciae

Drosera binata (Sämling)

Drosera cistiflora

Drosera hamiltonii

Drosera rotundifolia x spatulata

Drosera montana

Drosera occidentalis

Drosera venusta

Drosera burmannii

Drosera hamiltonii

Drosera spec. Mantalingajan

Drosera sessilifolia


 

Die gelben "Linsententakel" von Drosera hartmeyerorum SCHLAUER

Drosera hartmeyerorum SCHLAUER

Blattbasis, gut zu erkennen sind die gelben "Linsententakel" am Blattansatz

"Linsententakel"  (200 x) 

Links: Emergenzen nach zwei Tagen Trocknung bei Zimmertemperatur (200 x). Die Wand der schrumpelnden Riesenzellen ist farblos und transparent. Nur das kompakte Zentrum im Kopf der Emergenz ist intensiv gelb gefärbt.

Rechts: Junge Pflanze, Seitenansicht.

Links: Fotos von Dr. Barry A. Rice, diese Vergrößerung machte er mit einer speziellen Linsenkombination

Rechts: Die Bilder aus dem Raster Elektronen Mikroskop (REM) wurden von Dr. Regina Kettering, im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit Prof. Dr. Stephen Williams am Lebanon Valley College in den USA gemacht. Die Linsenstruktur besteht aus Riesenzellen und ist offensichtlich hohl, wie die kollabierte Zelle auf dem rechten Bild zeigt. Deren Transparenz ist bei dieser Technik nicht sichtbar, da die Oberfläche der mit Glutaraldehyd präparierten Blätter mit Metallatomen bedampft wurde.

 

Emergenzen auf Varietäten (?) von Drosera indica L.

Links: Drosera indica mitroten Emergenzen auf der Blattunterseite

Mitte: Die gleiche Pflanze hat auch rote Emergenzen auf den Blütenknospen

 

beide Fotos mit freundlicher Genehmigung von Jeremy Fuqua (USA)

Rechts: Leimtentakel von Drosera indica 

Links: Bis zu 1 mm große Emergenzen von Drosera indica

(Foto: Denis Barthel, für Wikipedia)

Links und Mitte: Mikroskopische Emergenzen (200 x) auf Varietäten von Drosera indica aus dem Kimberley Gebiet in Australien. Die Köpfe sind auch gelb, jedoch nicht wabenförmig wie bei D. hartmeyerorum, sondern bestehen aus einer kompakten halbkugelförmigen Struktur. Diese Emergenzen können bei manchen Varietäten bis zu 1 mm groß sein und sind meist über das Blatt und/oder auf dem Spross zwischen den Leimtentakeln verteilt.

Rechts oben: Mikroskopische Emergenzen (200 x) auf Varietäten von Drosera indica aus dem Süden Afrikas. Die Köpfe sind tellerförmig flach, durchscheinend und farblos.

Ein vergleichender Blick auf die Samen zeigt deutliche Unterschiede in Größe und Struktur zwischen

D. indica (links) und D. hartmeyerorum (rechts)

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Drosera glanduligera: Der Sonnentau mit Klapp-Tentakeln (Das Taublatt)

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La diversità nascosta: i tentacoli a scatto nel genere Drosera (AIPC Magazine)

Clandestine Diversity: Snap-Tentacles of the genus Drosera (Carniflora Australis)